Der Alltag mit Baby – aus der Sicht beider Elternteile

Die Wahrheit über den Alltag mit Baby

Wie sieht denn eigentlich so ein ganz normaler Tag mit Baby aus? Relativ unspektakulär will man meinen. Bei genauerer Betrachtung ist es aber sowohl für Mama als auch für Papa gar nicht mal so ohne. Gleichzeitig aber auch ganz wunderbar. Als ich für diesen Beitrag zu schreiben begann, kam mir die Idee, dass auch mein Mann seine Sicht der Dinge zu Papier – bzw. zu Laptop – bringen könnte. Einfach nur, um beide Seiten der Medaille zu zeigen. Die Frau, die den ganzen Tag zu Hause ist und der Mann, der zur Arbeit geht und die Kohle nach Hause bringt. So klischeehaft das auch sein mag, so wahr fühlt es sich doch manchmal an.

Ich fand diesen Beitrag auf gewisse Weise sogar sehr hilfreich, um ein besseres Verständnis für den jeweils Anderen zu bekommen. Natürlich weiß man in etwa was der Partner so macht, aber ganz verstehen tut man es dann doch nicht immer.

Wir beide haben uns also einen beliebigen Tag rausgesucht und unabhängig voneinander diesen nieder geschrieben. Natürlich gleicht nicht jeder Tag dem anderen und unsere Abläufe variieren doch sehr oft, aber dies soll auch nur als Beispiel für das jeweils andere Geschlecht dienen.


Aus der Sicht des Papa’s

05.30 Uhr – Tagwache! Ich bin zwar eindeutig eine Eule, aber so ein kleines Geschöpf verändert den Tagesrhythmus dann doch eklatant. Gott sei Dank übernimmt Julia das nächtliche Füttern (keine Ahnung, wie sie das durchhält), ich wäre sonst noch mehr gerädert. Also morgens bald raus aus den Federn, um noch in Ruhe eine Tasse Kaffee genießen und einen Blick in die Zeitung werfen zu können. Je nach dem, ob unsere Prinzessin schon wach ist oder ihrer Mama noch etwas Schlaf gönnt, unterstützt sie mich beim morgendlichen Kreuzworträtsel-Lösen, oder bekommt von mir beim Verlassen der Wohnung noch ein Abschieds-Bussi.

Tagsüber muss ich natürlich meinem Handwerk so konzentriert wie möglich nachgehen (irgendwo müssen die Scheinchen für das viele Aptamil und die Windeln ja herkommen), aber spätestens um die Mittagszeit erkundige ich mich bei meiner Frau, wie es denn so läuft, und ob unsere Anna gut drauf ist. Gott sei Dank ist normalerweise alles im Lot! Im Gegensatz zu der Prä-Anna-Ära, in der ich schon mal eine Stunde oder länger im Büro blieb, verlasse ich nun meinen Posten relativ zeitnah nach Dienstschluss. Ich versuche, jede freie Minute mit meinem Sonnenschein verbringen zu können! Aufgrund meiner Tätigkeit ist das leider nicht immer der Fall, und ich komme oft erst zu nachtschlafender Zeit nach Hause.

Im Optimalfall schlage ich aber so gegen 17.00 Uhr daheim auf, springe aus dem Gewand und steuere direkt zu meiner kleinen Maus. Im besten Fall ist sie munter und kuschelig, manchmal aber auch schon etwas quengelig vom langen Tag. So oder so gehört ihr meine ganze Aufmerksamkeit! Ich übernehme dann das Pyjama-Anziehen und das Gute-Nacht-Flascherl – vorausgesetzt, die junge Dame lässt mich gewähren und ist nicht gerade besonders Mama-anhänglich.

Ins Bett gebracht wird unser kleiner Engel normalerweise von meiner Julia – das hat hauptsächlich praktische Gründe, denn die zwei sind beim Ins-Bett-Gehen ein echt super eingespieltes Team! Wenn ich aber das Niederlegen übernehme, funktioniert es die meiste Zeit zumindest im zweiten Anlauf.

Sobald unsere Anna schläft, bleibt noch etwas Zeit zu Zweit – diese hat enorm an Bedeutung gewonnen, weil sie so selten ist. Trotzdem gehen wir relativ bald ins Bett, da wir beide vom Tagwerk müde sind. Und morgen braucht Anna wieder unsere volle Aufmerksamkeit!

Unser Baby hat unseren gewohnten (langweiligen?) Tagesablauf komplett auf den Kopf gestellt, aber das ist in jeder Hinsicht nur positiv! Ich bin gespannt, was uns noch alles erwarten wird – es wird in jedem Fall eine spannende Zeit!


Aus der Sicht der Mama

Montag Morgen um 5 Uhr 30: der Wecker meines Mannes klingelt. 2 Stunden zuvor war ich bereits auf und habe Anna ein Fläschchen gemacht und sie anschließend wieder in ihr Bettchen gelegt. Die eine Nacht letzte Woche, als sie sich von 2 bis 4 Uhr morgens nicht mehr niederlegen lies, will ich einfach mal aus meinem Gedächtnis streichen. Der Plan ist also, den Wecker zu ignorieren und weiter zu schlafen. Diese Rechnung habe ich aber ohne meiner Tochter gemacht. Denn diese macht sich nun immer öfter bemerkbar. Die ersten beiden Male reicht es noch, wenn ich ihr den Schnuller wieder in den Mund stecke. Beim dritten Mal werden die süßen Laute dann aber zum Gemecker. Schlafen ist also aus. Für ein Fläschchen ist es aber definitiv noch zu früh. Anna ist, wie meistens so früh am Morgen, gut drauf und an schlafen ist nun nicht mehr zu denken. Ich drück sie ihrem Papa auf den Arm, der mit ihr um 6 Uhr 30 das Kreuzworträtsel löst und die Zeitung liest. Bildung kommt ja nicht von irgendwo und man kann nicht früh genug damit anfangen. Während der Papa sich also um die Bildung kümmert und sie auf seinem Schoß sitzen hat, mache ich ihm ein Brot für die Arbeit. Nebenbei noch schnell den Geschirrspüler ausräumen und dann hüpf ich auch schon unter die Dusche. Anschließend kommt Anna wieder zur Mama, damit sich der Papa für die Arbeit fertig machen kann. Um 8 Uhr gibt’s ein Fläschchen und dann fallen der kleinen Maus auch schon wieder die Augen zu und ich lege sie ins Gitterbett.

Gegen 9 Uhr höre ich sie dann glucksen und brabbeln. Und was soll ich sagen, wenn sie mich so aus ihrem Gitterbett raus angrinst, strahle ich sofort mit ihr mit. So ein Kinderlächeln ist schon was ganz Eigenes und Schönes. Wenn ich auch noch so schlecht gelaunt bin, ihr Lachen und Gegrinse lassen meine Laune immer in die Höhe schießen. Noch schnell die Windel machen und dann möge das Spielen beginnen. Spielbogen, Krabbeldecke und Grimassen schneiden vor dem Spiegel sind derweil unsere Lieblingsbeschäftigungen. Irgendwann wird das unserer Madame aber zu langweilig und sie fängt an zu meckern. Perfekter Zeitpunkt für’s #babylüften ! Wickeltasche zusammen packen, Kind anziehen, mich anziehen und dann geht’s auch schon raus an die frische Luft. Nach einer Stunde Spazieren komme ich etwas durchfroren nach Hause. Es hat mich nämlich mal wieder abgeregnet und ich sollte mir tatsächlich mal überlegen, ob sich nicht eine Investition in wasserdichtes Schuhwerk rentieren würde.

Wieder zuhause, kümmere ich mich nun um die fertige Wäsche in der Waschmaschine. Anna liegt derweil auf unserem Bett, brabbelt so vor sich hin und isst mal wieder genüsslich ihre Faust. Ich sage ihr zwar wie immer, dass sie nicht alles aufessen soll, damit etwas Anna für die Mama übrig bleibt, aber sie tut das mit einem Grinsen ab. Gelegentliches Quatschen und Gutschigutschigu gehören hier zur Tagesordnung, während ich die trockene Wäsche zusammen lege und die Nassen Teile wieder aufhänge. Nun aber wieder ab unter den Spielbogen.

Gegen 11 Uhr 30 gibt es wieder ein Fläschchen mit anschließender Kuschel-Einheit auf der Couch. Madame lässt sich nämlich mal wieder nicht weglegen, will von mir rumgetragen werden und einfach etwas auf mir liegen und kuscheln. Könnte also wahrlich schlimmer sein. Das Rumgeheule ist zwar zeitweise ganz schön anstrengend, endet dafür aber immer mit etwas Kuschelzeit.

Zur Mittagszeit oder am frühen Nachmittag schläft Anna in ihrem Bettchen endlich ein und ich habe ca. 2 Stunden nur für mich. Zeit, die ich sinnvoll nutzen könnte um die Wohnung zu putzen oder zu saugen. Nachdem ich meine Optionen abgewogen habe, entscheide ich mich jedoch für Netflix und schmeiße mich mit etwas zu essen auf die Couch. Schlechtes Gewissen bleibt aus.

Randnotiz: Bisher wurde ich 3x angekotzt und hab mich bereits das zweite Mal umgezogen.

Gegen 15 oder 16 Uhr wird das Töchterchen wieder munter und ist nach einer frischen Windel wieder voller Tatendrang und bereit für Krabbeldecke, Grimassen schneiden und ein Fläschchen. Irgendwo dazwischen wasche ich ihre Flaschen durch und räume den Geschirrspüler ein. Eine Zeit lang beschäftigt sich Anna allein unter dem Spielbogen, aber irgendwann schreit sie nach etwas mehr Bespaßung. Bis sie wieder müde wird. Müde sein und einfach schlafen wäre aber zu uncool, von daher lieber kurz ein Schreikonzert anstimmen und dann völlig k. o. ins Bettchen fallen. Diese Zeit nutze ich, um mit dem Kochen des Abendessens zu beginnen. Gegen 18 Uhr kommt mein Schatz nachhause. Nach der Arbeit war er noch schnell im Fitnessstudio und will jetzt sofort zu Anna. Kurzes Anschmachten im Gitterbett, ein Kuss für mich und jetzt erzählen wir uns gemütlich von unserem Tag. Heute schaffen wir es sogar gemeinsam zu essen, denn Anna wird erst danach munter. Der Papa kümmert sich um eine frische Windel, genießt das Gutschigutschigu mit seinem Töchterchen und gibt ihr anschließend noch ein Fläschchen. Gegen 20 Uhr wird sie nun nochmals etwas quengelig und will getragen werden. Ich wiege sie hin und her, gehe etwas mit ihr auf und ab, schalte ihre Spieluhr Frederik ein und lege sie dann endlich schlafen. Ab zum Zähne putzen, abschminken, noch schnell 20 Minuten mit dem Göttergatten fernsehen und dann ab in die Heia. Ich habe nämlich keine Ahnung ob ich um 1 Uhr oder erst um 4 Uhr wieder zum Fläschchen machen auf muss und Mama braucht ihren Schönheitsschlaf.

So ein Tag klingt nun wirklich relativ unspektakulär, hat es aber manchmal in sich. Das ist übrigens ein typischer Tag zuhause. Wir sind aber auch sehr oft im Shoppingcenter des Vertrauens anzutreffen oder sind bei Freundinnen zum Krabbeldate mit deren Kindern eingeladen. Für Abwechslung ist also immer gesorgt.


Fazit

Gelegentlich schadet es nicht, sich in die Lage des Partners zu versetzen. Jeder hat auf seine Weise einen anspruchsvollen Tag zu bewältigen und freut sich, wenn dies gesehen und geschätzt wird.

Unsere Tochter hat unser Leben zu 100 % bereichert und kein Tag gleicht mehr dem anderen. Wir lieben dieses neue Abenteuer namens Anna.

Eure Julia 💋

*Photography by Georg Schmidinger

3 Gedanken zu „Der Alltag mit Baby – aus der Sicht beider Elternteile

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